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Lebensart
Es war eine dieser schwarzen Nächte, in denen man sich unweigerlich fragt, wie es möglich sein kann, so weit vom erholsamen Schlaf entfernt zu sein. Nun schienen gewöhnliche Schlafprobleme oder die meist tagesferne Nachtmelancholie eine naheliegende Ursache, doch die Tatsache, dass ich neben meinem Bett stand, anstatt in seinen Gänsefedern zu träumen, welche zweifellos im Zeichen von Ruhe und Tierverachtung standen, warf völlig neues, gar unerwartetes Licht in meine Dunkelheit. Nun wurde mir klar, dass ich vermutlich meinen seit Monaten andauernden Husten viel zu lange verdrängt hatte. Ich gebe gerne zu, dass dieser einem das Liegen zur Qual machen kann: Sobald man nämlich erstmal in seiner weichen Matratze versunken ist, fühlt es sich an, als seien die sonst so tüchtigen Lungenblässchen, wie von Geisterhand, durch löchrige Luftballons ersetzt worden. Natürlich könnte es daran liegen, dass bei mir die Zigarette quasi schon als erweitertes Gesichtsmerkmal gelten könnte, aber muss sich Lebensfreunde unbedingt in körperbedingter Paralyse äußern? Man könnte mich auch als stattliches Haus bezeichnen, welches im Krieg der legalen Drogen zur Ruine verkommen ist, leider ohne Aussicht auf Restauration oder Denkmalschutz. Das Alter macht einen Mann nur interessanter, logischerweise bin ich zumindest körperlich schwer attraktiv, wenigstens für den einen oder anderen Lungenfacharzt. Im Prinzip ist diese Dauererkältung, wie ich mein Leiden kose, in Alkohol getränkt nur noch halb so schlimm, zumal man nicht weiß, was es heißt seine Folter zu vergessen, da jegliche Erinnerung, jeglicher Anhaltspunkt in grauem Nebel zu verschwinden droht. Es ist eine Art Hausmittelchen, in seiner Tradition bis auf die alten Sumerer zurückzuführen, welches jedoch leider genauso leberbelastend, wie sagenumwoben anmutet. Manchmal muss ich mich schon fragen, wenn auch meist unfreiwillig, wohin es mit meiner Lebensweise noch führen soll? Ins Verderben, sollte man meinen, wobei dies auch eher relativ wäre, letztendlich führt jede Art zu Leben in den sicheren Tod. Nun gut, meine Methode gebietet vielleicht etwas schneller, durch quälende, unendliche Schwärze, Barfuss, ohne Privatversicherung, über spitze Steine, ins vereinsamte Ziel. Mich zu ändern, wäre selbstverständlich in Erwägung zu ziehen, aber meine Wenigkeit ist wie ein Komet, anstoßlos schwirrend durch die flehende Entzugskälte des Alls, welcher die besorgten Rufe von gesunden Himmelskörpern im luftleeren Raum, rein physikalisch, nicht zu erhören vermag. Die ganzen Körperlichen Gebrechen könnten rein theoretisch auch warnende Rufe des Todes sein, aber wer würde auf die Lebensweise eines Wesens vertrauen, welches mit derselbigen nur noch aus Knochen besteht, sein Gesicht mit einem schwarzen Schleier verhüllt und in seiner beruflichen Misere nur noch mit Sense anzutreffen ist? Jedenfalls kann ein gesundheitlich Angeschlagener unmöglich seine Existenz in die kalt, wogenden Händen des unbarmherzigen Schnitters legen. Wie alles endet will ich mir als Pessimist gar nicht ausmalen, wie es anfing vergas ich längst, ändern würde das auch nicht viel, jedenfalls lebe ich, hier und jetzt. |
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Super-Moderator
Registriert seit: 14.05.2008
Ort: Mallorca/Kitzbühel/St.Kitts
Beiträge: 302
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Damit magst Du einerseits recht haben, andererseits muss nicht alles was in einer (leicht) falschen Schublade liegt deswegen schlecht sein.
Ich habe mich schon zu mehreren Gelegenheiten als "Fan" von Dave geoutet und tue es an dieser Stelle gerne wieder! Teilweise mag es schlampig formuliert sein, teilweise verwaschen, aber dann bliebe noch zu bedenken, dass das ansonsten grandios durchblitzende Talent zu formulieren von einem 16 Jährigen stammt! .......und wenn der Bursche nicht vorher Suizid begeht oder sich Tode raucht/säuft oder was auch immer, dann bin ich mir sicher, dass er lange bevor er mein Alter erreicht ein umjubelter Schriftsteller sein wird. Klar - da liegt noch viel Arbeit an sich selbst vor ihm, aber ich würde meinen, dass seine Art zu schreiben viel Unterstützung von dieser Community verdient hat. Schwachstellen zu analysieren und Vorschläge zu machen wie man's besser machen könnte - UND - (vor allem!) - warum! .... aber ich lauere begierig auf alles was hier von anderen Usern an Texten veröffentlicht wird! Denn ich erlaube mir einzubilden von Sprache und dem Umgang damit etwas zu verstehen. Und wenn dann ein Vertreter der Comix-Sprach-Generation mit SOLCHEN Texten aufhorchen lässt, dann findet das meine absolute Unterstützung und Hochachtung. PS: Asthma ist echt nicht lustig, für einen Raucher schon gar nicht, selbst wenn keine wirkliche direkte Korrelation zwischen dem Beiden besteht. "Funkige Sprüche" dazu halte ich für ein bisserl unangebracht - nur meine persönliche Meinung. Kratzfuss Der Doc
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"Alle Menschen werden als Originale geboren, die Allermeisten sterben aber als Kopien." |
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#5 (Permalink) |
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Postrank 2
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Vielen Dank für eure Kritiken, ich muss zugeben, dass der Text weniger Satirik, mehr überspitzte Realität ist. Ich hab ihn quasi über meine eigenen gesundheitlichen Probleme geschrieben. Kann leider oftmals nachts nicht schlafen, weil ich mir die Seele aus dem Leib huste und daran ändern Baldriantabletten, Truxal-Säfte oder andere Schlafmittel nichts, habs versucht. Leider kann ich das mit dem Rauchen nicht so schnell ändern, weil ich mittlerweile normalerweise 3 Schachteln am tag rauche...
Alles Liebe David |
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#7 (Permalink) |
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Super-Moderator
Registriert seit: 14.05.2008
Ort: Mallorca/Kitzbühel/St.Kitts
Beiträge: 302
Renommee-Modifikator: 1 ![]() |
Ich würde einmal meinen, dass das Dein gutes Recht ist.
Wenn die Schubladisierer dann ein Problem mit ihrem schubladisieren bekommen, dann kann Dir das grundsätzlich einmal wurscht sein. Aber zu Übungszwecken würde ich schon vorschlagen zumindest zu versuchen innerhalb der allgemeinen Parameter zu bleiben. Für mich ist das dann wie wenn ich mir Frühwerke von Picasso ansehe: Der Mann konnte wirklich(!) malen! - So stellen sich dann seine Abstrahierungen und Experimente als die Fortsetzung eines Genies dar und nicht als das herumstümpern von einem der's halt nicht besser kann. Auch ich schreibe meine Lyrik in ganz unterschiedlichem Versmaß: Angefangen vom ganz "braven": AABB zum "fortgeschrittenen":ABBA oder ABAB bis hin zu Spielereien wie für jeden Absatz ein anderes Versmaß zu verwenden um das Ganze dann in "keinem Versmaß" aufzulösen. Werde jetzt ein Beispiel für so ein Experiment von mir in "Gedicht/Gedanken des Tages" posten. Ansonsten verabschiede ich mich wegen internetloser Reisetätigkeit für ein paar Tage, freue mich aber schon am Freitag hier reinzuschauen und viele neue Posts zu lesen! Saludos & Kratzfuss Der Doc
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#8 (Permalink) |
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Postrank 2
![]() Registriert seit: 14.06.2008
Ort: Mannheim
Beiträge: 45
Renommee-Modifikator: 0 ![]() |
Ach Unsinn. Warum sich an Kategorien halten. Erst kommt das Kunstwerk, dann kommt die Kategorie. Das ist dann nur nicht die Schuld des Künstlers, sondern die Schuld der Kategorisierer, wenn's mir als Satire "komisch" vorkommt.
Vielleicht wäre ein literarisches Tagebuch für dich angemessen. Flix macht das ja in Comicform. Im Grunde also ein blog. Dann kann man ein paar Ideen daraus sammeln und sie weiter führen in eine Form von Roman...denn das echte Leben ist selten dramatisch gestrickt. Das ist dir glaube ich angemessen. Schon mal Jack kerouac gelesen? Lo |
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Postrank 2
![]() Registriert seit: 01.01.2008
Ort: münchen
Beiträge: 32
Renommee-Modifikator: 0 ![]() |
ne ne es is nichts ungewöhnliches, dass sich junge menschen
zwecks abgrenzung in eine veraltete sprache flüchten..und dabei ziemlich abgegriffene sprachbilder verwenden...ist alles ziemlich verquast...wenig präzise...auch die fremdwörter verhüllen mehr als dass sie klären hmm der keruac braucht eigentlich keine neuen jünger....evtl Krausser? ach ja baldrian hilft nur kurzfristig da sich der körper schnell drauf einstellt freundlicher gruss index |
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