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#1 (Permalink)
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Postrank 3
![]() Registriert seit: 28.05.2008
Ort: Höchst
Beiträge: 68
Renommee-Modifikator: 3 ![]() |
Stehen wir (Künstler) uns eigentlich selbst im Weg?
Hallo!
Gerne möchte ich mal einen Thread eröffnen... Es geht mir darum: ich möchte herausfinden, wie ihr das eigentlich seht: Ich arbeite seit vielen Jahren (20 Jahre bestimmt schon) als Bildhauer und entwerfe mit viel Geschick "Skulpturen". Geld habe ich bisher nicht wirklich verdient und werde ich wohl auch nie... ..allerdings habe ich schon viele - wirklich sehr viele KünsterInnen kennengelernt und bin natürlich auch mit einigen davon befreundet. Die meisten davon verdienen auch kein Geld. Naja, ist ja auch nicht ganz einfach - Geld mit Kunst zu verdienen... Ich möchte allerdings auf was ganz anderes hinaus: Mir fällt eine ganz markante Sache auf - bei meinen Künstler-KollegInnen - so wie auch bei mir selbst. Und zwar: Wir sind alle sehr auf uns selbst bedacht - alle arbeiten wir vor uns hin, jeder ist dem anderen neidig - klar, loben wir uns mitunter gegenseitig - so unter Freunden - aber in wirklichkeit sieht es - so glaube ich - ganz anders aus. In Wirklichkeit helfen wir uns nicht gegenseitig - jeder hat Scheuklappen auf (inklusive mir) - und das wollte ich jetzt einfach mal hier reinschreiben... Keine Ahnung - aber mich kotzt das grad ziemlich an - alle verkaufen wir uns schlecht - sonst hätten wir zumindest schon das eine oder andere verkauft - oder uns entsprechen in Szene gesetzt. Wir verkaufen uns als Weltverbesserer - oder aber zumindest als Weltoffene Menschen. Tun so, als würden wir Kunst für die Allgemeinheit schaffen und sind am End frustriert und starrköpfiger als zuvor. Ich meine...wir könnten eigentlich - wenn wir anders denken würden - vielleicht viel mehr mit unserer Kunst erreichen - wenn wir uns gegenseitig unterstützen würden... Wie seht ihr das? Bitte seid so gut und sprecht mit mir da drüber.... Euer Wolfi
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#2 (Permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 28.06.2009
Ort: mittelstetten 86830
Beiträge: 1.314
Blog-Einträge: 11
Renommee-Modifikator: 3 ![]() |
allo wolfgang,
ungewöhnlich selbstkritischer gedanken im bereich der künstler in der tat ;-) konstruktive zusammenschlüsse sind in der tat selten. bin jedoch grad auf dem sprung daher nur eine kurze antwort - werd mir das aber sicher durch den kopf gehen lassen und noch was schreiben. guter gedankengang auf jeden fall. beste grüße stephan
__________________
liebe grüße stephan am ende aller wege ist ein see ... Kunstforum Team |
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#3 (Permalink) |
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Newbie
Registriert seit: 08.02.2010
Ort: München
Beiträge: 7
Renommee-Modifikator: 0 ![]() |
Hi,
naja, ich bin nicht so lange dabei. D. h. irgendwann habe ich beschlossen die Kunstpädagogik zum Broterwerb und weils überhaupt Spass gemacht hat noch mal ne Ausbildung zu machen, drangehängt. Jetzt ist es ja so, dass ganz ganz viele Künstler, oder die es sein wollen, sich dasselbe ausgedacht haben. Und es ist ganz merkwürdig, denn was du da beschrieben hast trifft auch hier zu. Manche haben sich zu kleinen Gruppen geschlossen, die funktionieren dann und wann ganz gut. Machen gemeinsam Ausstellungen und helfen sich und so. Aber den Kollegen treten sie sehr verschlossen gegenüber. Da ist es dann ähnlich wie du es beschrieben hast. Und selbst innerhalb der Gruppen fliegen, soweit man das als Außenstehender sehen kann, manchmal die Fetzen. Meine Meinung dazu? Ich denke dass es nicht Neid oder sowas ist. Eher dass jeder denkt wie wichtig er selbst ist. Weiss nicht wie ich es ausdrücken soll: Mir geht es manchmal so, das ich in meinem Verlies hocke und niemanden rein lasse, weil dann käme vielleicht echtes Tageslicht (Kritik) an mich ran und ich will das irgendwie nicht. Weil ich zwar gerne von Kollegen konstruktive Kritik an meinen Bildern höre (obwohls manchmal weh tut, wenn man lange an was gearbeitet hat und andere es S****** finden) aber nicht so gern Kritik an mir. Und weil sich das manchmal mischt mach ich die Türen zu. Aber es ist schon blöde und eine einsame Sache; da ist dass mit der Kunstpädagogik eine echte Bereicherung. Aber finanziell auch nicht so toll. LG Sosi |
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#4 (Permalink) |
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Postrank 1
![]() Registriert seit: 12.02.2010
Ort: Dahlenburg/21368
Beiträge: 17
Renommee-Modifikator: 0 ![]() |
Ich hab da auch schon oft drüber nachgedacht.
Als Gründerin einer Gruppe bildender Künstler hat es mich echt gewundert, viele wollten dabei sein und mit profitieren aber kaum keiner nahm etwas in die Hand, sorgte dafür, dass was passierte. Es gab ein paar Leute mit Vorerfahrungen in der Soz.-Päd. die organisierten ein, zwei gemeinsame Ausstellungen, machten ne Webseite. Aber alles schlief schnell wieder ein.... Ich bin heute soweit zu sagen, was uns zu Künstlern macht, ist es, was uns hindert zusammen zu arbeiten. Was mich dazu bringt in einem Atelier Stunde um Stunde, Tag um Tag zu stehen und an einem Werk zu arbeiten, mir dies alleine arbeiten können möglich macht, ist genau das, was mir Grenzen setzt im Umgang mit anderen. Mehrere Leute werden mir schnell zu viel. das geht hier mal und dort mal. Aber Zusammenarbeit erfordert Kontinuität, häufigen Austausch und das erlaubt mein Bedürfnis nach "ich, meine, Arbeit, mein ruhiges Atelier" nur sehr begrenzt. Ein Grund, warum ich hier ins Forum gekommen bin ist, dass ich heraus gefunden habe, übers Internet Kontakte kontinuierlich pflegen zu können. Ich kann bestimmen, wann ich ins Netz gehe, wann ich was schreibe, der andere kann es lesen und antworten wie es ihm passt. Die Male, wo man sich dann Facetoface trifft, sind dann echt gut. |
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#5 (Permalink) |
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Newbie
Registriert seit: 08.02.2010
Ort: München
Beiträge: 7
Renommee-Modifikator: 0 ![]() |
@i.ch
...ja so is es. Irgendwie brauch ich den Abstand. Ich bin zwar im organisieren gut und mache gern mal was mit anderen zusammen. Auch das Arbeiten mit Kindern, macht super Spaß, aber dann wenns vorbei ist hab ich auch kein Problem alles zu vergessen und nur mein Ding zu machen. Erfolg ist vielleicht in der Gruppe erst mal einfacher. Aber ich kenne eben wenige bei denen das klappt. Ja und das mit dem Kontakt übers Netz ist wirklich einfacher. LG Sosi |
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#6 (Permalink) |
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Postrank 3
![]() Registriert seit: 28.05.2008
Ort: Höchst
Beiträge: 68
Renommee-Modifikator: 3 ![]() |
Interessant eure Meinungen dazu zu lesen!
Aber auch ich muss zugeben, dass das mit dem Web ist echt praktisch. Damals gabs das ja noch nicht - Inzwischen gibts es wirklich viele möglichkeiten mit Institutionen oder anderen Künstlern zu netzwerken! Bis bald, euer Wolfi |
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#7 (Permalink) |
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Postrank 1
![]() Registriert seit: 12.02.2010
Ort: Dahlenburg/21368
Beiträge: 17
Renommee-Modifikator: 0 ![]() |
langer Atem
ich denke, es erleichtert viel wenn wir übers Netz kontakten. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass es einen langen Atem braucht wenn aus diesen Kontakten echte Zusammenarbeit werden soll. Vielleicht einen längeren, als wenn man sich häufig facetoface trifft. Ausserdem ist wichtig, das niemand einfach nur schaut wie er partizipieren kann ohne selbst mitzuschieben, Dinge in die Hand nimmt und voran bringt. I.ch. jedenfalls werde nicht mehr versuchen einen anderen mit zuschleifen, der auf Selbstmitleid macht.
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#8 (Permalink) |
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Postrank 3
![]() Registriert seit: 26.05.2008
Ort: Salzburg
Beiträge: 63
Renommee-Modifikator: 3 ![]() |
Ich muss beim lesen grad ein wenig schmunzeln, da ich mich selbst darin wiedererkenne....zumindest aber in einigen Zügen.
Ich glaube da muss man halt drüber stehen und einfach das beste daraus machen.... glg Eva
__________________
Die Form ist der Ausdruck des inneren Inhalts. |
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#9 (Permalink) | |
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Newbie
Registriert seit: 18.02.2010
Ort: Duesseldorf
Beiträge: 9
Renommee-Modifikator: 0 ![]() |
Zitat:
manchmal schon .. und besonders bei Eröffnungen |
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#10 (Permalink) |
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Postrank 1
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Tut mir sehr leid, dass deine Realität so aussieht. Aber glaube mir, es geht auch anders. Meine Erfahrung ist nämlich eine völlig andere!
Als ich vor 2 Jahren ernsthaft mit der Scheiberei begonnen habe und meine ersten Auftritte absolviert hatte, wurde ich sehr schnell von vielen Seiten unterstützt. Ohne die Wärme und positive Zusprache der "alten Hasen" in meiner Stadt hätte ich wahrscheinlich schnell wieder aufgegeben. So wurde ich aber von Anfang an aufgenommen und gehätschelt, sodass ich den Mut hatte fortzufahren. Ich halte das für Lebensnotwendig! Mir hat diese Anfangszeit viel beigebracht und ich freue mich immer wenn ich "Neulinge" kennenlerne, um ihnen dasselbe schöne Gefühl geben zu können. Vielleicht wäre es an der Zeit, deinen Ansatz zu überdenken. Setz das erste Zeichen indem du versuchst, den Neid zu überwinden. Bring es deinen Freunden bei und schau dir an, wie angenehm das Leben dann sein kann... Sy
__________________
"Intelligenz, behaupten die Intelligenten, ist die Fähigkeit, sich der Situation anzupassen. Wenn du ein Buch verkehrt in die Hand genommen hast, lerne, es verkehrt zu lesen." Wieslaw Brudzinski |
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