Reisen auf die insel
Veröffentlicht: 25.07.2010 um 14:24 von maximilian
eine reise nach mallorca 14.
auf der anderen talseite erinnerte uns viele jahre ein immer dort in einer koppel am waldrand stehender schimmel an eine wanderung mit enttäuschung. wir wollten den im wanderführer angegebenen "steinernen wasserfall" sehen. ein durch wald und hohes riedgras führender weg machte uns zu schaffen und erst, als wir schon über das etwa eineinhalb meter hohe steingebilde geklettert waren, stellten wir fest: wir haben soeben den steinernen wasserfall überquert! danach haben wir uns noch tüchtig verlaufen und landeten schließlich bei besagtem schimmel.
das ende des talweges mündet in die straße zwischen andraitx und saracco. wir kommen an vielen kleinen häusern vorbei, an denen, wie überall die grünen, blauen oder roten fensterläden stets geschlossen sind. die eingangstüren da, wo es keinenfußweg gibt, direkt auf die straße. ab und zu erhaschen wir einen blick durch die angstaubten scheiben und entdecken stilvolle, gemütliche wohnzimmer mit dunklen olivenholz-möbeln. direkt von der straße geht es also in die intimsphäre der bewohner.
ich erinnere michan den ausspruch einer schriftstellerin: " die spanier haben bei ihren häusern die schokoladenseite immer innen." das in anspielung auf die oft sehr ungepflegt wirkenden aussenfassaden.
die straßen durch andraitx sind eng und daher meist einbahnstraßen. die busse haben gerade platz, um, ohne einen passanten aufzugabeln, hindurch zu kommen. in saracco haben wir erlebt, das der bus wegen eines hindernisses neben einer bäckerei halten mußte. ein paar junge leute nutzten die gelegenheit, um durch das busfenster im laden schnell ein paar ensaimadas zu kaufen, bevor der bus wieder losfuhr,
es wurde uns auch klar, warum die täler "warm" und "kalt" benannt werden. im warmen tal scheint ab etwa zehn uhr die volle sonne, ins kalte tal kommt sie wesentlich später und verschwindet früher wieder hinter den hügeln. es ist ein abwechslungsreicher weg durch das alte bäuerliche mallorca, der auch nachdenklich macht.
die vielen verlassenen kleinen fincas zeugen davon, dass in dieser gegend landwirtschaft heute nicht mehr erwerbsmäßig zu betreiben ist. der anbau ist zu arbeitsintensiv und die erzeugnisse sind in dem heutigen marktgeschehen nicht mehr kostendeckend zu verkaufen. die nachkommen der ursprünglichen besitzer der kleinen fincas zieht es in industrie-regionen. haus und land werden zu geld gemacht. die neuen, meist ausländischen, besitzer renovieren und verschönern,um diese kleinen landsitze privat und freizeitlich zu nutzen.
so fließt zwar kapital auf die insel, aber gefährdet die ursprünglichkeit zugunsten einer gewissen überfremdung und landschaftlichen veränderung. wobei ich zugeben muß, dass diesen veränderungen wahrscheinlich nur die alternative eines schönen tales mit immer mehr dem verfall preigegebenen ruinen gegenüber steht. es ist natürlich nicht auf ganz mallorca so; aber dieses "sa coma fredda" ist ein beispiel. auch bei uns sind schöne , alte bergdörfer oft verunziert durch liftanlagen, hotelklötze und moderne tourismuseinrichtungen. altes bewahren ist eben oft nur dann attraktiv, wenn es in den tourismus eingebunden und zum besichtigungsobjekt wird.
fortsetzung folgt.
auf der anderen talseite erinnerte uns viele jahre ein immer dort in einer koppel am waldrand stehender schimmel an eine wanderung mit enttäuschung. wir wollten den im wanderführer angegebenen "steinernen wasserfall" sehen. ein durch wald und hohes riedgras führender weg machte uns zu schaffen und erst, als wir schon über das etwa eineinhalb meter hohe steingebilde geklettert waren, stellten wir fest: wir haben soeben den steinernen wasserfall überquert! danach haben wir uns noch tüchtig verlaufen und landeten schließlich bei besagtem schimmel.
das ende des talweges mündet in die straße zwischen andraitx und saracco. wir kommen an vielen kleinen häusern vorbei, an denen, wie überall die grünen, blauen oder roten fensterläden stets geschlossen sind. die eingangstüren da, wo es keinenfußweg gibt, direkt auf die straße. ab und zu erhaschen wir einen blick durch die angstaubten scheiben und entdecken stilvolle, gemütliche wohnzimmer mit dunklen olivenholz-möbeln. direkt von der straße geht es also in die intimsphäre der bewohner.
ich erinnere michan den ausspruch einer schriftstellerin: " die spanier haben bei ihren häusern die schokoladenseite immer innen." das in anspielung auf die oft sehr ungepflegt wirkenden aussenfassaden.
die straßen durch andraitx sind eng und daher meist einbahnstraßen. die busse haben gerade platz, um, ohne einen passanten aufzugabeln, hindurch zu kommen. in saracco haben wir erlebt, das der bus wegen eines hindernisses neben einer bäckerei halten mußte. ein paar junge leute nutzten die gelegenheit, um durch das busfenster im laden schnell ein paar ensaimadas zu kaufen, bevor der bus wieder losfuhr,
es wurde uns auch klar, warum die täler "warm" und "kalt" benannt werden. im warmen tal scheint ab etwa zehn uhr die volle sonne, ins kalte tal kommt sie wesentlich später und verschwindet früher wieder hinter den hügeln. es ist ein abwechslungsreicher weg durch das alte bäuerliche mallorca, der auch nachdenklich macht.
die vielen verlassenen kleinen fincas zeugen davon, dass in dieser gegend landwirtschaft heute nicht mehr erwerbsmäßig zu betreiben ist. der anbau ist zu arbeitsintensiv und die erzeugnisse sind in dem heutigen marktgeschehen nicht mehr kostendeckend zu verkaufen. die nachkommen der ursprünglichen besitzer der kleinen fincas zieht es in industrie-regionen. haus und land werden zu geld gemacht. die neuen, meist ausländischen, besitzer renovieren und verschönern,um diese kleinen landsitze privat und freizeitlich zu nutzen.
so fließt zwar kapital auf die insel, aber gefährdet die ursprünglichkeit zugunsten einer gewissen überfremdung und landschaftlichen veränderung. wobei ich zugeben muß, dass diesen veränderungen wahrscheinlich nur die alternative eines schönen tales mit immer mehr dem verfall preigegebenen ruinen gegenüber steht. es ist natürlich nicht auf ganz mallorca so; aber dieses "sa coma fredda" ist ein beispiel. auch bei uns sind schöne , alte bergdörfer oft verunziert durch liftanlagen, hotelklötze und moderne tourismuseinrichtungen. altes bewahren ist eben oft nur dann attraktiv, wenn es in den tourismus eingebunden und zum besichtigungsobjekt wird.
fortsetzung folgt.
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Veröffentlicht: 26.07.2010 um 10:02 von pedro





















