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Interview mit der Malerin Ilona Betker
Geschrieben: 17.03.2009 um 20:26 von
Kerstin
Sie malt Bilder mit Seele, ihre Werke sind faszinierend, lebendig und ausdrucksstark. Ilona Betker ist freiberufliche Künstler und wurde 1962 in Lünen geboren. Mehr über sie und Ihre Kunst erzählt sie der Kunstforum Redaktion in einem Interview.
Kunstforum Redaktion: Du bist bereits seit über 25 Jahren als Künstlerin tätig. Doch wie kam die Kunst zu dir?
Ilona Betker: Kunst ist für mich ein ganz wichtiger Bestandteil im Leben. Es ist wie ein Eintauchen ins Selbst. Ich bin ein reiner Autodidakt. In meiner Familie wurde Kunst nicht allzu hoch bewertet und wuchs mit den Worten “Narrenhände beschmieren Tisch und Wände”auf. Meine erste Ausstellung hatte ich 1981, in der Zeit beschäftigte ich mich nur mit Zeichnungen, Farbe kam erst Jahre später ins Spiel. Eine ganz neu erlebte Qualität bekam die Kunst, als ich 2002 einen Schlaganfall bekam und als Folge eine Lähmung der rechten Seite incl. der rechten Hand. Mir wurde da erst richtig bewußt wie sehr ich diese Möglichkeit des nonverbalen Ausdrucks brauche.
Seit dem male ich intensiver und nutze jede freie Minute. Meine Kunst findet nicht immer den Zuspruch, vielen Menschen sind die Bilder zu intensiv oder zu bedrohlich.
Kunstforum Redaktion: Deine Bilder, besonders die menschlichen Darstellung, haben oft etwas ernstes, ein wenig melancholisch? Oder täusche ich mich?
Ilona Betker: Ich weiß nicht, ob es nur Traurigkeit oder Melancholie ist. Vielleicht ist es wie ein Spiegel für den Betrachter der Bilder und lösen nur die Gefühl im Menschen aus, die eh schon in uns ruhen?!
Beruflich arbeite ich seit 28 Jahren in der Kinder und Jugendpsychiatrie, dort begegnet einem schon eine ganz andere Seite unserer Gesellschaft, viel Leid und auch Wut. Sicherlich prägt diese Tätigkeit auch die Themen meiner Bilder.
Kunstforum Redaktion: Malst du deine menschlichen Darstellungen, frei aus dem Kopf oder mit Modell?
Ilona Betker: Beides. Für meine realistischen Bilder oder Portraits benutze ich Modelle oder Fotos, oft muß meine Tochter herhalten. Die menschlichen Darstellungen in meinen surrealen Bildern entstehen ohne Vorlage.
Kunstforum Redaktion:Neben menschlichen Darstellungen, malst auch surrealistische Bilder. Was inspiriert dich bei deiner surrealistischen Kunst?
Ilona Betker: Es sind oft Träume oder Intuitionen die Bilder im Kopf entstehen lassen. Oft reicht auch der Blick eines Menschen oder eine Geste die in mir Bilder entstehen lassen. Die surrealen Bilder wachsen beim Malen, sie verändert und wandelt sich im Malprozeß. Ich liebe besonders die surrealen Triptichon, am Ende steht ein ganz anderes Bild vor mir.
Kunstforum Redaktion: Was möchtest du mit deinen Werken dem Betrachter mitteilen?
Ilona Betker: Was mir in meinen Bildern immer wieder wichtig ist, ist der Ausdruck. Besonders Augen und Gesichter können Geschichten erzählen. Es ist immer wieder eine Herausforderung den Bildern eine Seele zu geben, dass sie den Betrachter berühren, erfreuen oder kurz auf eine Reise mitnehmen.
Kunstforum Redaktion:Ohne Pinsel und ohne Farbe ist es in der Regel schwierig, ein Bild zu malen. Welche Materialien verwendest du und hast du ein Ausdrucksmittel, mit dem du am liebsten arbeitest?
Ilona Betker: Da kann ich mich nicht festlegen. Ich benutze alles über Öl, Acryl, Kreiden, Kohle, Tusche oder Aquarell.
Kunstforum Redaktion: Und noch eine ganz wichtige Frage zum Schluss: Wo kann man deiner Kunst begegnen?
Ilona Betker: Zur Zeit habe ich eine Ausstellung bei www.preludio.biz Begegnen kann man meiner Kunst immer auf meiner Internetseite www.ilonabetker.de Dort werden Ausstellungen und Malkurse recht zeitnah angekündigt.
Zuletzt aktualisiert: 18.03.2009

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