Ursula Priess, die älteste Tochter des berühmten Schweizer Schriftsteller Max Fritsch, nähert sich mit ihrem Prosaband „Sturz durch alle Spiegel" an die schwierige Situation einer Vater-Tochter Beziehung.
Rund 18 Jahre nach dem ihr Vater gestorben ist, antwortet und fragt sie ihren Vater mit dem neu veröffentlichten Prosaband. Ihre erste Veröffentlichung ist zum Teil fiktiv und verzerrt, aber auch autobiographisch. Denn die Beziehung zu ihrem weltbekannten Vater war fast schon eine Befremdliche und zunächst wollte Sie eigentlich nichts von Literatur wissen. Sie verließ 1966 die Schweiz, nach dem Ihr Vater bereits über 10 Jahre nicht mehr bei der Familie lebte, und studierte Heil- und Sozialpädagogik, bevor sie sich dem Schreiben widmete.
In zahlreichen, kurzen Prosapassagen und Kapiteln zeigt sie unchronologisch Erinnerungen von der Kindheit bis hin zum Erwachsenenalter. Im ersten Moment könnte man annehmen, dass es wieder mal eine der Literatur ist, bei denen es um den Generationenkonflikt geht.
Doch das Prosaband erzählt auch von einer Annäherung an ihren Vater. Das ist ebenso bemerkbar an der Sprache die sie wählt, die dem autobiographischen Buch „Montauk“ von Max Frisch ähnelt.
Eine mitreißendes Prosabuch über das Wegdrehen und Annähern. Dabei hat sich Ursala Priess lange Zeit gelassen. Sie hat dem Seelenstriptease kurz nach dem Tod von Max Fritsch widerstanden.
Ursula Priess: Sturz durch alle Spiegel. Amman, Zürich 2009. 172 Seiten, 17, 90 €
Quellen:
www.dradio.de
www.tagesspiegel.de
© Kunstforum.de