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Der Verhüllungskünstler Christo
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Geschrieben: 23.01.2009 um 11:13 von Kerstin
Der 23.Juni 1995, endlich, nach heiß diskutierten Jahrzehnten im Bundestag und in der Bevölkerung, war es nun so weit, die Reichstagsverhüllung. Spektakulär, Imposant und Zwiespältig.
Der international bekannte Künstler Christo und seine Frau Jeanne-Claude haben es geschafft. Sie hatten eine Idee, vielmehr eine Vision - den historischen Reichstag in ein Kunstwerk verwandeln.

Der Kampf begann schon 1972, in dieser Zeit entstanden erste Zeichnungen des verhüllten Wahrzeichens Berlins und rund fünf Jahre später gab es die erste Abstimmung im Bundestag, mit einem niederschmetternden Ergebnis. Aber Hartnäckigkeit ist eine wesentliche Stärke des am 13. Juni 1935 in Bulgarien geborenen Künstlers. Schließlich gab es ja nicht nur Gegner, denn prominente Politiker, wie Willy Brandt und Rita Süssmuth waren eindeutig Befürworter dieses einmaligen Projektes. Ganze 23 Jahre mussten vergehen, bis eine knappe Mehrheit für die Reichstagsverhüllung war.

Aber was steckt hinter diesem überwältigten Vorhaben? Keineswegs pure Aufmerksamkeit ohne Sinn. Denn Verhüllen hatte in der Geschichte schon immer eine sakrale Bedeutung und das ist in jede Sekunde der Planung dem Künstler bewusst. All diese Faltenwürfe und Drapien die das synthetische Gewebe um den Reichstag werfen, zeigen nicht nur die wesentliche Form, sondern auch die geschichtliche Bedeutung des Gebäudes.

Doch der Reichstag war nur ein Glied in der spektakulären Kette der Verhüllungen. So wie das Projekt auf den beziehungsweise um die Surrounded Islands in Florida. Die elf künstlichen Inseln, die zusätzlich als Müllabladeplatz dienten, wurden mit einer 60 Hektar rosafarbenden synthetischen Stoff umrandet und am 7.Mai 1983 vollendet.

Christo finanziert seine Verhüllungen mit dem Verkauf von Zeichnungen der jeweiligen Projekte selbst. Das Künstlerehepaar erschafft mit Projekten wie des Reichtages oder mit der verhüllten Stadtmauer in Rom eine eigene Welt, die die Blicke auf sich zieht und trotz der Vergänglichkeit nicht vergessen wird.

Quellennachweis:
Buch "Cristo & Jeanne-Claude" Benedikt Taschenverlag GmbH
Zuletzt aktualisiert: 25.01.2009


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