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AVATAR - Aufbruch nach Pandora
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Geschrieben: von Michael Birnstingl
3D


So etwas hat es im Kino noch nie gegeben!
Der teuerste Film aller Zeiten ist ein wundervolles visuelles Spektakel, das die Transformation des Kinos zur Computermalerei überhaupt erst möglich gemacht hat und wieder einmal neue technische Standards setzt. Hollywood wird sich eine solche Investition nicht oft leisten, nicht einmal, wenn sie sich als rentabel erweist.

Mühelos stellt der Film alles auf den Kopf, was er selbst ist: es geht um die Verbindung zur Natur, obwohl hier doch fast alles aus dem Computer kommt, um eine Zukunftsvision, die sich aktueller denn je erweist; und der Film geisselt das ewige Streben nach Profit, obwohl er dem doch selbst seine Existenz verdankt.
Und daß dieser Film damit durchkommt, liegt daran, daß er in all seiner Künstlichkeit paradoxerweise doch eine Seele hat.

In Science Fiction und Fantasy verbirgt sich eigentlich der Wunsch nach Fremdheit - spannend ist dann doch nur das Bekannte: der Film findet im Herzen überall die selben menschlichen Mechanismen wieder - und genau das macht seine intergalaktische Romanze zwischen den Hauptakteuren so interessant.
So richtig fremde Welten, also reiner Eskapismus - der ist nie bewegend und rührend. Mitreißend sind nur die Geschichten, in denen wir unsere Sehnsüchte und Ängste wiederfinden. Es gibt eben nichts von grösserem Wert außer Liebe, Ehre, Hoffnung - nicht hier und nicht im All.

Überhaupt streift der Film alles, was die Welt gerade bewegt: die Angst vor dem ökologischen Gau, vor der zerstörerischen Macht der skrupellosen Gier und der Herunterwirtschaftung des Planeten bis zur technisierten Eroberung neuer Kolonien (welche sich letztendlich als die „besseren Menschen“ erweisen, weil sie mit ihresgleichen und Natur im Einklang leben), die Suche nach Spiritualität, Brahman, der Weltenseele und Ahnenkult (wieder einmal untermalt mit den üblichen ethnischen Sounds, die zwar wie immer exotisch, aber leider nie galaktisch wirken)…
Avatar - aus dem hinduistischen die Inkarnation eines Gottes in einem sterblichen Körper, gleichsam momentan die virtuellen zweiten Ichs im Netz, in der fiktionalen Zukunft die Verbindung vom menschlichen Bewusstsein mit einem ausserirdischen Körper…

Natürlich könnte man dem simpel gestrikten Plot auch einfach vorwerfen:
dreist geklautes Spektakelkino mit Versatzstücken von alten Indianerfilmen und Kolonialismuskritik ohne neuer Idee und echtem Gefühl, degradiert zu blauen Abziehbildern…

Aber das mach ich nicht, dafür bin ich viel zu romantisch!

Den Film sieht man nicht, man erlebt ihn! Natürlich nur in 3D!
Weil bei einem lang erwarteten Klavierkonzert klebt man sich vorher ja auch nicht das linke Ohr mit Folie zu…

© kunstforum.com
Kommentare: (4) Diskussion im Forum


Geschrieben: 17.05.2010 um 19:04 von walthervonderweide
Rotkäppchen ist besser  
Das alte Märchen vom Rotkäppchen enthält bereits alle, von Dir so trefflich im Avatar analysierten, Merkmale. Nur ist Rotkäppchen viel besser erzählt und es fehlt ihm vor allem nicht an Bodenhaftung, der 3D - Effekt wiederholt sich daraus ganz natürlich, zb. beim Besuch des (immer noch) vorhandenen Schwarzwaldes.

Geschrieben: 17.05.2010 um 19:04 von walthervonderweide
Weil wir gerade von Animationen reden  
Weil wir eben bei den tollen Animationen sind, ich war vor kurzem überrascht, was für tolle Animationen in den Filmen der 20er-30er Jahre bereits zu sehen waren, ganz ohne Computer.

Die rezenten Animationen, mit den Sauriern an erster Stelle, sind dagegen einfach nur gruselig. Das kann nur eine Ursache haben, die Leute an den Computern haben von Kunst, Dramaturgie, Theater und dem ganzen Rest so gut wie keinen Dunst! Wie gut, dass wir ausser Computern noch die Kunst haben!

Geschrieben: 17.05.2010 um 19:04 von reality.must.die
 
ich hatte mir eigentlich vorgenommen, diesen film nicht zu sehen, weil mir das gewese darum auf die nerven ging. aus langeweile hab ich ihn mir dann doch einmal angesehen und war eigentlich ganz positiv überrascht. die animationen sind hervorragend umgesetzt. die pandora welt war in meinen augen sympathisch fantasievoll gestaltet. auch wenn ich mich immer gefragt hab, wie auf schwebenden felsen wasserfälle enstehen können...

dramaturgisch wurden natürlich alle, aber auch ALLE klischees bedient, die es gibt. aber da habe ich nichts anderes erwartet. die masse wollte bedient werden und das wurde sie auch. so macht man heutzutage nunmal gewinn.

als DEN großen wurf der fimgeschichte sehe ich ihn also definitiv nicht. diese auszeichnung haben ganz andere filme verdient in denen keine mega-explosionen die handlung bestimmen.

Geschrieben: 17.05.2010 um 19:04 von Michael Birnstingl
AVATAR - Aufbruch nach Pandora  
3D


So etwas hat es im Kino noch nie gegeben!
Der teuerste Film aller Zeiten ist ein wundervolles visuelles Spektakel, das die Transformation des Kinos zur Computermalerei überhaupt erst möglich gemacht hat und wieder einmal neue technische Standards setzt. Hollywood wird sich eine solche Investition nicht oft leisten, nicht einmal, wenn sie sich als rentabel erweist.

Mühelos stellt der Film... ... mehr


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