3D
So etwas hat es im
Kino noch nie gegeben!
Der teuerste
Film aller Zeiten ist ein wundervolles visuelles Spektakel, das die Transformation des
Kinos zur
Computermalerei überhaupt erst möglich gemacht hat und wieder einmal neue technische Standards setzt.
Hollywood wird sich eine solche Investition nicht oft leisten, nicht einmal, wenn sie sich als rentabel erweist.
Mühelos stellt der Film alles auf den Kopf, was er selbst ist: es geht um die Verbindung zur Natur, obwohl hier doch fast alles aus dem Computer kommt, um eine Zukunftsvision, die sich aktueller denn je erweist; und der
Film geisselt das ewige Streben nach Profit, obwohl er dem doch selbst seine Existenz verdankt.
Und daß dieser
Film damit durchkommt, liegt daran, daß er in all seiner Künstlichkeit paradoxerweise doch eine Seele hat.
In
Science Fiction und
Fantasy verbirgt sich eigentlich der Wunsch nach Fremdheit - spannend ist dann doch nur das Bekannte: der
Film findet im Herzen überall die selben menschlichen Mechanismen wieder - und genau das macht seine intergalaktische Romanze zwischen den Hauptakteuren so interessant.
So richtig fremde Welten, also reiner Eskapismus - der ist nie bewegend und rührend. Mitreißend sind nur die Geschichten, in denen wir unsere Sehnsüchte und Ängste wiederfinden. Es gibt eben nichts von grösserem Wert außer Liebe, Ehre, Hoffnung - nicht hier und nicht im All.
Überhaupt streift der
Film alles, was die Welt gerade bewegt: die Angst vor dem ökologischen Gau, vor der zerstörerischen Macht der skrupellosen Gier und der Herunterwirtschaftung des Planeten bis zur technisierten Eroberung neuer Kolonien (welche sich letztendlich als die „besseren Menschen“ erweisen, weil sie mit ihresgleichen und Natur im Einklang leben), die Suche nach Spiritualität, Brahman, der Weltenseele und Ahnenkult (wieder einmal untermalt mit den üblichen ethnischen Sounds, die zwar wie immer exotisch, aber leider nie galaktisch wirken)…
Avatar - aus dem hinduistischen die Inkarnation eines Gottes in einem sterblichen Körper, gleichsam momentan die virtuellen zweiten Ichs im Netz, in der fiktionalen Zukunft die Verbindung vom menschlichen Bewusstsein mit einem ausserirdischen Körper…
Natürlich könnte man dem simpel gestrikten Plot auch einfach vorwerfen:
dreist geklautes
Spektakelkino mit Versatzstücken von alten
Indianerfilmen und Kolonialismuskritik ohne neuer Idee und echtem Gefühl, degradiert zu blauen Abziehbildern…
Aber das mach ich nicht, dafür bin ich viel zu romantisch!
Den
Film sieht man nicht, man erlebt ihn! Natürlich nur in 3D!
Weil bei einem lang erwarteten
Klavierkonzert klebt man sich vorher ja auch nicht das linke Ohr mit Folie zu…
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