Die Galerie Atrium ed Arte eröffnet am Donnerstag, dem 25. Februar 2010 um 19 Uhr die Ausstellung der kroatischen Künstlerin ANA Elizabet und des Kärntner Künstlers Richard Kaplenig. Die Ausstellung ist bis 27. März 2010 zu sehen.

Mit einem subtilen Statement, das
ANA Elizabet mit einem Objekt aus dem Jahr 2000, traf, ironisiert die
Bildhauerin einen Paradigmenwechsel in der
Kunst: „The sculpture is ill“ ist der Titel einer Arbeit, die eine scheinbar verletzte
Skulptur zeigt. Das glänzende Aluminium ist dabei sorgsam einbandagiert Die Arbeit verweist auf einen Schwund der Skulptur aus der allgemeinen Ausstellungspraxis. Die Hinterfragung des Skulpturenbegriffs findet im Werk von
ANA Elizabet auf mehreren Ebenen statt. In der
Galerie Atrium ed Arte zeigt die
Künstlerin nun neue Arbeiten in unterschiedlichen Dimensionen. Ihre
Kleinplastiken nehmen in prägnanter Formensprache das Großräumige vorweg. Das Modellhafte ist dabei werkimmanent. Zugleich setzt die
Bildhauerin ihre Werke in Bezug zu architektonischen Situationen und reflektiert zugleich über die Qualität des öffentlichen Raumes, zu dem alle Zutritt haben. Denn dass es
ANA Elizabet bei der Durchquerung der Stadt um mehr als um die Überwindung der Distanz zwischen zwei Orten geht, um die Erfahrung des Räumlichen, ist evident. Die gebürtige Kroatin hat in Wien bei
Bruno Gironcoli Bildhauerei studiert und befasst sich seit Jahren mit dem Phänomen öffentlicher Raum, weit über die Platzierung eines
bildhauerischen Werkstückes hinaus, so auch bei aktuellen Gestaltungen in Zagreb. Die Kulmination von Raum in der gefassten Form der
Skulptur, das Erleben des Volumens, gestaltet
ANA eindringlich und unverkennbar. Das Organische als Passform immer präsent, zeichnet sich die formal kühne Arbeit durch ihre präzise, aber dabei nie unpoetische Realisierung aus. Als verdoppeltes Volumen in schwungvoller Linie aus lackiertem Holz wirft die raumgreifende Arbeit „
Kulpstur“ den Betrachter auf die reine Form zurück. Der Bruch in der phonetischen Lautfolge ist Teil einer Benennungsstrategie, der Widersprüchliches synthetisch vereint.
Der
Maler Richard Kaplenig arbeitet zumeist in mehrteiligen Formaten, die in der Farbe, im
Motiv und in der Formensprache miteinander korrespondieren. Diese entstehen oft als geschlossene Werkserien, die einen bestimmten Zeitraum umfassen, in denen sich der
Künstler auf Symposien oder auf Reisen befindet.
Richard Kaplenig geht dabei auf jene Materialien und
Farben ein, die ihm an diesem Ort und zu dieser Zeit zur Verfügung stehen. 2009 entstanden während eines mehrmonatigen Aufenthaltes in Buenos Aires neuen Arbeiten, die ein stärkeres Eingehen auf architektonische Details zeigen. War bisher die
Malerei Richard Kaplenigs hauptsächlich abstrakt, in die nur ab zu reale Details eingearbeitet wurden, weicht diese nun einem größeren Realismus. Dieser prägt auch seine aktuellen Kompositionen, die eine Auseinandersetzung mit Orten aus Kroatien und Slowenien zeigen und damit auch eine Verbindung zu den
Skulpturen der kroatischen
Bildhauerin ANA herstellen. Der
Malerei geht eine
fotografische Spurensuche voraus, die in der Folge auf die Leinwand übersetzt wird. Doch geht es
Richard Kaplenig nicht um eine dokumentarische Darstellung, sondern um das Erfassen allgemeiner, urbaner Phänomene. Das Städtische wird hinter der repräsentativen Fassade gezeigt bzw. werden auch bestimmte Themen vermittelt, wie durch den slowenischen Ort Jesenice, der nahe an der österreichischen Grenze liegt. Die Grenze bzw. die Grenzlinie ist ein immer wiederkehrendes
Motiv in seinem Werk, bedingt auch durch seine biographischen Wurzeln.
Richard Kaplenig, aufgewachsen in Kärnten, an der Grenze zu Italien, lebt und arbeitet heute in Faak am See, in einem sprachlichen und geografischen Dreiländereck. Die Grenzlinie ist daher in seinen
Bildern immer wieder präsent auch in einer metaphorischen Übersetzung, die weit über das Thema einer nationalen Grenze hinausgeht. Doch stärker als früher wird nun die
Architektur zum formalen
Motiv, das im Spiel zwischen realen
Motiv und reiner Fläche ungewöhnliche Einblicke in den urbanen Raum gewährt.
Galerie Atrium ed Arte : ANA Elizabet und Richard Kaplenig
Vernissage: Donnerstag, 25. Februar 2010, 19 Uhr
Zur Ausstellung sprechen Silvie Aigner und Theresia
Hauenfels, Kuratorinnen.
Kroatische Lesereise und Galeriefrühstück: Samstag, 27. März 2010, 11-14 Uhr; Lesung um 12 Uhr
Ausstellungsdauer: 26.2. bis 27.3.2010
Adresse, Tel./Fax: A - 1070 Wien, Lerchenfelderstraße 31, T: F: 522 87 384
Silvie Aigner mobil: +43-699-10 18 85 86
homepage: http://www.atrium-ed-arte.
Öffnungszeiten: Di - Fr 14 - 18.30 Uhr, Sa 11 - 14 Uhr, an Feiertagen geschlossen
Pressekontakt: Mag. Silvie Aigner, Dr. Theresia Hauenfels und Stefanie Krassnig