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Alt 21.05.2008, 21:21   #13 (Permalink)
Dr.O.Pout
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....so, neuer Versuch meiner Definition von Kunst. (Total subjektiv, aber das versteht sich ja ohnehin von selbst!)

Kunst ist das Gegenteil von Realität.
Wohlgemerkt: "Gegenteil" nicht der "Gegensatz".

In der Realität leben wir unsere Leben.
So unterschiedlich unsere Leben sind, so unterschiedlich sind auch die Realitäten wie wir sie empfinden.

Stossen wir an die Grenze unserer Realität bezeichnen wir das üblicher weise als "Leistung", - überschreiten wir diese Grenze wird es zur Kunst.

So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich sind folglich auch unsere Grenzen und daher auch die Befindlichkeit gegenüber Kunst.

Erschwert wird eine Definition noch dadurch dass diese Grenzen ja nicht zweidimensional sind sondern 3D - oder, genauer gesagt sogar 4D weil sie schließlich noch mindestens um den Faktor "Zeit" erweitert sind.

Ich behaupte daher, dass die Frage "Was ist Kunst?" nicht beantwortet werden kann. Niemals und von Niemandem.

Allenfalls noch beantwortet werden kann die Frage: "Was ist die Aufgabe von Kunst?"

Im sehr persönlichen Bereich wird es ausreichen, wenn Kunst einem selbst hilft die eigenen Grenzen zu erkennen, auszuloten, da und dort zu überschreiten. Nicht umsonst wird in diesem Zusammenhang immer wieder von Selbstverwirklichung gesprochen.

Im öffentlichen Bereich hat Kunst wohl in erster Linie die Aufgabe Kritik aushalten zu müssen. Kritik, welche oft genug weit jenseits der Konstruktivität bleibt. Genauer gesagt, hinter jener weit zurück bleibt.

Kunst - nach meiner Definition - soll/kann/darf bewegen, erfreuen, aufwühlen, anregen, provozieren.
Was Kunst aber keinesfalls darf ist kopieren, verstümmeln, oder zerstören.
Genau genommen darf sie nicht einmal interpretieren - besser gesagt interpretiert werden.

Nachdem ich ein Theater-Mensch bin bezieht sich dies vor allem auf die Unsitte welche weitreichende Anerkennung gefunden hat, Klassiker "neu zu interpretieren". Bei "Wilhelm Tell" rollen Panzer über die Bühne, bei "La Forza del Destino" werden Kriegs-Szenen aus dem 1.Weltkrieg projeziert, bei "Weh dem der lügt" wälzen sich Nackte (völlig unmotiviert) auf der Bühne und bei "Der Widerspänstigen Zähmung" steht ein Elvis Imitator gelangweilt herum. (All das nicht von meinem kranken Hirn erfunden, sondern in der Kultur-Hauptstadt der Welt von - mMn "Kriminellen" - so inszeniert.

Wer nicht inszenieren kann ohne zu verstümmeln, sollte Pommesverkäufer in der nächsten Fritten-Bude werden aber die Finger vom Theater lassen.

Kunst soll/darf/kann alles neu Erschaffen - aber niemals um den Preis der Zerstörung von Altem.

...........schließlich käme kein Mensch auf die Idee (hoffentlich) die Mona Lisa zu zerschneiden und als Collage neu zusammenzukleben und Aldi-Tüten dazwischen zu montieren. (Nur als Beispiel).

Gut, das war jetzt viel zu konkret, viel zu wenig allgemein wie die Frage ja wohl gedacht war, also lass ich für's Erste einmal die Finger davon weitere Buchstaben in die Cyberlandschaft zu werfen.

Kratzfuss
Der Doc
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"Alle Menschen werden als Originale geboren, die Allermeisten sterben aber als Kopien."
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