Mit der Kunst ist es tatsächlich so wie mit dem Wein - aber eben nicht nur Schein. Es gibt ja nun nicht nur vier Sorten Wein (RL, RT, WL, WT) - sondern zum Beispiel den Kontrast Riesling und Gewürztraminer. Ein Weinkenner wird statt lieblich/trocken niemals süß/sauer sagen - und das nicht wegen einem elitären Sprachgebrauch.
Wenn man wirklich einmal einen guten Wein gekostet hat, ist man nicht mehr sauer auf Prof. Dr. Rudi H., wenn er den als Geschenk mitgebrachten Fusel in die Rabatten kippt, mit den Worten "Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein - danke trotzdem."
Aber würde der "einfache" Wein wie Batteriesäure schmecken, gäbe es ihn nicht mehr. Also hat er auch seine Liebhaber - aus verschiedenen Gründen.
Genauso verhält es sich mit der Kunst. Es gibt kein "bestes Kunstwerk überhaupt". Und damit gibt es auch nicht den "besten Künstler überhaupt" - denn der Wert (= Effekt = Nutzen) eines Kunstwerks entsteht (auch wenn das sehr profan klingt) im Auge des Betrachters.
So wird es immer so sein, dass die einen auf einem Bild häßliche rote und orange Flecken auf dunkelgrün sehen und es absolut sinnlos und primitiv finden, während anderen dieses Bild mit seiner Struktur und seinen Farben ein bestimmtes Gefühl aus der Vergangenheit zurückbringt und sie zum Weinen bringt.
momo
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"Ich verstehe nicht, warum Leute Angst vor neuen Ideen haben. Ich habe Angst vor den alten." - John Cage
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